Interview mit Dero im Darkflower Teil 2

 

Oomph!tastic: Frank von der Ahe möchte wissen, wann du ihm endlich wieder einen ausgibst ?

 

Dero: Wann habe ich Frank von der Ahe denn das letzte Mal einen ausgegeben?

 

 

Oomph!tastic (darky): Keine Ahnung!

 

Dero: Das ist eine gute Frage. Dann soll er doch mal vorbeikommen, dann gebe ich ihm gerne einen aus.

 

 

Oomph!tastic (darky) Polina fragt dich: „Wann ist denn wieder eine Oomph!-night?“

 

Dero: Ich hoffe im nächsten Jahr.
Marko Meyer: Und wo?

 

Dero: Wenn eine Oomph!night stattfindet, dann wird es wahrscheinlich in Braunschweig sein. Das ist am realistischsten. Erstmal dort, aber vielleicht auch mal wieder hier (im Darkflower). Dann müsste Marko mal was organisieren. Dann machen wir hier auch mal einen Oomph!day! Und keine Oomph!night!

 



 

Oomph!tastic (stormy): Eine politische Frage haben wir jetzt noch. Vor einigen Tagen wurde in Amerika Donald Trump zum Präsidenten gewählt. Ich kenne mich jetzt mit dem amerikanischen Wahlsystem nicht wirklich gut aus. Ich habe irgendwo gelesen, dass Hillary Clinton mehr Stimmen gehabt haben soll als Donald Trump. Trotz allem ist nun letzterer zum Präsidenten gewählt worden. Ich habe nun vor kurzem in unserer Tageszeitung einen Artikel gelesen, dass viele Leser sich von gefälschten Nachrichtenseiten auf sozialen Netzwerken (wie z.B. Facebook oder Twitter) haben beeinflussen lassen und denen mehr Glauben geschenkt haben sollen als seriösen Medien.

 

Dero: Das ist die Gefahr in der heutigen Zeit, dass im Internet ungefiltert irgendwelche Pseudomeinungen und Pseudowahrheiten verbreitet werden und für bare Münze gehalten werden. Das Wort des Jahres wurde deshalb auch zurecht "postfaktisch", da wir uns im sogenannten postfaktischen Zeitalter befinden, in dem Emotionen und Lügen wichtiger sind als verifizierbare Fakten. Wenn man sich in Internetforen im Allgemeinen oder in irgendwelchen politischen Foren mal die Beiträge durchliest, dann fällt man ja manchmal wirklich vom Glauben ab, und fragt sich, was mit der Menschheit los ist. Aber das ist ja zum Glück nur ein Bruchteil der Menschen, die sich da für so wichtig nehmen, und ihre Meinung zu alles und jedem posten, oft auch unter einem Pseudonym. Das ist ja dann auch einfacher. Viele pöbeln aber mittlerweile auch mit ihrem richtigen Namen rum. Sie bekommen dann auch Abmahnungen und werden von den Leuten, z.B. Politikern verklagt, die sie beschimpfen. Denn nicht alles, was diese Wutbürger unter Meinungsfreiheit verstehen, ist auch wirklich Meinungsfreiheit. Auch unsere Meinungsfreiheit hat Grenzen und das finde ich, ist auch richtig so.

 

 

Oomph!Tastic (stormy): So sollte es auch sein, dass nicht alles erlaubt ist unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.

 

Dero: Sobald es zu persönlichen Beleidigungen, zu Rufmord oder zu Aufforderungen von Gewalttaten kommt, ist das natürlich keine Meinungsfreiheit mehr. Das vergessen nur manche und denken: „Ich darf hier noch nicht mal mehr meine Meinung sagen!“ Das finde ich übrigens superlustig, dass ganz viele Leute meckern: „Hier darf man ja gar nicht mehr seine Meinung sagen!“. Das sieht man sehr häufig. Das ist fast jeder zweite Satz unter jedem politischem Artikel. Ich denke mir dann immer: “Aber das hast du doch gerade getan und regst dich trotzdem darüber auf, dass du es angeblich nicht darfst." Dass den Leuten dieser Widerspruch nicht selbst auffällt, spricht nicht gerade für ihre Intelligenz...;-)

 

 

Oomph!tastic (stormy): Oder sie sagen ihre Meinung. Andere lassen sie aber gar nicht erst gelten.

 

Dero: Da wird sich beschwert: „Ich darf aber nicht sagen, dass Merkel aufgehängt werden soll.“

 

 

Oomph!tastic (darky): Das kann man aber auch verstehen, dass man das nicht machen sollte.

 

Dero: Es ist nun mal aber so. Und wenn du das nicht akzeptierst, dann hast du ganz offensichtlich Demokratie, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit nicht verstanden. Diese Leute beschweren sich nämlich in Wirklichkeit darüber, dass man ihren kruden Thesen, Lügen, Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien, Rufmord, übler Nachrede, Hetze widersprechen darf. Sie haben unser System weder kapiert, noch respektieren sie es.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Mit Sicherheit nicht!

 

In dem Zeitungsartikel wird nun verglichen, ob sich in Deutschland nicht im Prinzip ähnliches wiederholen könnte. Wie man ja weiß, erfreut sich zurzeit die AFD großer Beliebtheit in Teilen Deutschlands. Wie siehst Du das?

 

Dero: Ja, ich denke mal, den größten Wind könnte man der AFD aus den Segeln nehmen, in dem man sie als Partei anerkennen und ganz normal behandeln würde. Weil sonst stilisiert man sie zu irgendeiner Gottheit der Außenseiter. Das würde ich gar nicht machen. Ich würde sie ganz normal als eine Partei ansehen und sie damit entlarven, weil sie gar nicht so viele Inhalte haben. Außerdem sind die Inhalte, die sie unterm Strich haben, gar nicht so sehr entfernt wie die der FDP oder der CSU, gemischt mit ein bisschen NPD.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Ich habe da manchmal das Gefühl, dass sie nur mit Schlagwörtern um sich werfen und wenn man das Parteiprogramm mal genauer liest, dann kommen diese Ziele dabei gar nicht heraus.

 

Dero: Nein, nicht wirklich! Sie sind ja eindeutig Anwälte der Reichen mit ihrer Steuerpolitik. Deswegen wundert es mich, dass die sogenannten Verlierer dieser Gesellschaft auf solche Parteien anspringen, die eigentlich aber Advokaten der Oberschicht, der Eliten , sind durch die Politik, die sie betreiben wollen. Es ist mir ein Rätsel. Aber es gibt ganz viele frustrierte Menschen, die sich nicht mehr wahrgenommen, zurückgelassen, nicht mehr ernst genommen, sich als Verlierer des Systems fühlen und die brauchen jetzt offensichtlich ein Ventil. Häufig ist es dann so, dass sie in ihrem tiefen Inneren nach einer großen Führerpersönlichkeit Ausschau halten, möglichst männlich. Das müsste man mal psychologisch hinterfragen, warum das so ist. Das wäre natürlich interessant. Frustrierte Männer scheinen auf Typen wie Trump zu stehen.

 

Natürlich wird die Welt immer komplexer und ist immer schwieriger zu verstehen. Deshalb gibt es auch immer mehr Parteien, die mit vermeintlich einfachen Antworten auf ganz komplexe Fragen aufwarten. Ich wäre da vorsichtig. Jede einfache Antwort ist sehr verdächtig in meinen Augen. Die Welt ist sehr schwierig. Wie soll man diese dann mit einfachen Antworten versuchen zu erklären, geschweige denn zu verbessern. Ich glaube nicht, dass dies so einfach geht wie sich das manche wünschen oder vorstellen. Ich glaube, es gibt denen nur eine vermeintliche Sicherheit. Ähnlich wie Religionen für viele Menschen eine vermeintliche Sicherheit darstellen, üben solche politischen Extremisten bzw. solch extreme Meinungen eine Art religiöse Faszination auf viele aus. So wie ein Heilsbringer, ein Retter, der alles besser macht, mit seinen einfachen Slogans, die da so rausgebrüllt werden.

 



 

Oomph!tastic (stormy): Meinst du jetzt Religion im allgemeinen oder beziehst Du Dich nur auf religiösen Fanatismus ?

 

Dero: Ich halte Religion, genauer gesagt organisierte Religionen, für ein Machtinstrument. Das ist Religion immer schon gewesen und ist sie auch immer noch, um Menschen zu manipulieren, zu unterdrücken, auszubeuten, in eine bestimmte Richtung zu lenken, ihnen Angst einzujagen oder was auch immer. Glaube an sich finde ich nicht schlimm. Es soll jeder glauben, was er will. Solange er andere damit in Ruhe lässt und es anderen nicht aufzwingen will und meint, man müsste das jetzt auch so tun. Glaube scheint seit jeher wichtig zu sein für die Menschheit. An irgendwas muss man ja auch glauben und das ist völlig okay. Aber bei organisierten Religionen bin ich sehr vorsichtig. Da beginnt meist Faschismus, da sich einige für auserwählt und damit besser als andere halten.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Ich denke, das sollte man auch sein. Im Namen der Religion ist schon viel Mist gemacht worden.

 

Dero: Im Namen der Politik aber auch! Ich wüsste da gar nicht, wer da das Rennen macht. Wenn ich mir die religiösen Systeme mal ansehe, sind da natürlich viele Kriege im Namen dieses oder jenen Gottes ausgelöst worden, z.B. durch die Spaltung der Kirche zwischen Katholizismus und der reformierten Kirche. Auch davor hatte die römisch-katholischen Kirche schon viele Kriege, z.B die Kreuzzüge ausgelöst. Aber auch das Judentum und der Islam stehen da den Christen in keinster Weise nach. Viele Kriege sind religiös motiviert gewesen. Aber wenn man mal schaut, wie viele Kriege unreligiös oder gar antireligiös motiviert waren, da fallen mir beispielsweise Hitler, Stalin, Mao Tse-Tung und Pol Pot ein. Das sind alles anti- und unreligiöse Systeme gewesen, die allein mehr Opfer gefordert haben als alle religiösen Systeme der gesamten Menschheitsgeschichte. Und das in nicht mal 100 Jahren. Staatlich verordneter Atheismus scheint also auch nicht wirklich eine Alternative darzustellen

 

 

Oomph!tastic (stormy): Ich überlege gerade, wer Pol Pot war. Gehört habe ich den Namen auf alle Fälle schon?

 

Dero: Gemeint ist jetzt nicht Paul Potts, der britische Opernsänger, sondern Pol Pot und die rote Khmer aus Kambodscha. Das hast du bestimmt schon gehört.

 

Oomph!tastic (stormy): Ja, das sagt mir etwas! Aber im Moment kann ich das nicht einordnen.

 

Dero: Wenn man schon alleine diese Systeme zusammennimmt, weiß ich nicht, ob da die religiösen Systeme noch hinterherkommen. Das dürfte schwierig sein. Wieviel die Zwangsatheisten auf dem Kerbholz zusammen haben ist schon erschreckend! Vielleicht scheint ja staatlich geförderte Toleranz mal ein ganz guter Anfang zu sein, wenn man sagt, dass wir doch auch versuchen sollten, nebeneinander zu existieren und verschiedene Meinungen gelten lassen können. Wie wir gerade an allen Ecken der Welt sehen, wird es brandgefährlich sobald jemand sagt :"Wir haben die einzig wahre Lehre, alle anderen sollen sich uns anschließen oder sie werden sterben."

 

Und das passiert gerade auch in diesen politischen Foren, dass die Leute nur ihre eigene Meinungen gelten lassen. Alles was ins eigene Weltbild passt, wird als Wahrheit aufgenommen und alles, was dem eigenen Weltbild widerspricht, wird pauschal als Lüge diffamiert, kommt von der Lügenpresse oder wird als Gutmenschen, Idioten, oder Linksfaschisten beschimpft, oder was weiß ich als was. Es wird immer extremer. Es gibt nur noch die eine oder die andere Richtung, schwarz oder weiß, gut oder böse. Die Grautöne dazwischen gehen immer mehr verloren. So habe ich zumindest das Gefühl.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Dem anderen wird oft doch gar nicht mehr zugehört.

 

Dero: Richtig, dem anderen wird nicht mehr zugehört. Es scheint nur noch das generelle Mißtrauen gegenüber dem anderen, der eine abweichende Meinung vertritt, zu geben. Ich frage mich dann immer, wo ist das Mißtrauen dieser Personen sich selbst und ihrer eigenen Meinung gegenüber geblieben? Es geht immer mehr in Richtung: alles oder nichts. "Trump ist der neue Heilsbringer, jawoll, kniet nieder, huldigt ihm". Ich frage mich, ob seine Befürworter eigentlich wissen, wer der Typ wirklich ist? Er ist ein Immobilienhai! Warum fühlen sich viele Menschen, die Trump gewählt haben, denn überhaupt als Verlierer der Gesellschaft? Doch hauptsächlich wegen der Weltwirtschaftskrise, würde ich sagen, weil dadurch ganz viele Menschen wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten haben. Wer hat denn die Weltwirtschaftskrise losgetreten in den USA? Das waren die Immobilienhaie, denn durch die Immobilienblase ist die Weltwirtschaftskrise überhaupt erst losgetreten worden. Aber dann machen die doch den Bock zum Gärtner, wenn sie Trump als DAS Aushängeschild der Immobilienabzocker zum Präsidenten wählen. Ich finde das so unsinnig, allein schon von dem Gedankengang her, dass ein Immobilienmilliardär jetzt auf einmal der vermeintlichen Elite den Marsch blasen soll, zu der er ja selbst gehört. Skurriler geht es doch gar nicht mehr. Wie dumm muß man als Volk eigentlich sein.

 

Natürlich haben die Amerikaner das Kuriosum gehabt, dass sie zwischen Pest und Cholera wählen mussten, weil auch Clinton nicht wirklich eine Alternative war. Aber dann frage ich mich, warum geben sie dann fähigeren Leuten keine Chance wie Bernie Sanders. Er hat ja wenigstens noch was zu sagen gehabt und hatte noch konkrete politische Inhalte. Das ist eben ein bescheuertes System, was die Amis haben, dass sie sich immer für einen Kandidaten im 2-Parteien-System entscheiden müssen, nach dem Motto: "Du bist unser Demokrat, du bist unser Republikaner, und jetzt ab ins Rennen." Hinzu kommen die Wahlmänner, so dass es, wie im Falle der diesjährigen Wahlen, zu dem Kuriosum kommen kann, dass jemand zum Präsidenten gewählt wird, den nicht mal die Mehrheit der Menschen in den Vereinigten Staaten gewählt hat. Das finde ich schon ein bißchen skurril, aber letztlich ist es ihr Wahlsystem, nicht unseres. Wir haben unsere eigenen Baustellen.

 

Allerdings habe ich das Gefühl, dass wir hier auf sehr hohem Niveau nörgeln. Ich komme ja nun durch die Musik viel herum. Wenn man erst mal viele verschiedene Länder bereist hat, dann weiß man, was man hier auch gutes im Land hat bei all den unleugbaren Fehlern, die auch unser System hat. Das zeigt mir aber nur, dass es kein perfektes System gibt. Ich weiß nicht, was die Leute erwarten. Ein "Wolkenkuckucksheim" existiert nicht. Weder Trump noch die AfD oder irgendeine andere Partei wird ein "Wolkenkuckucksheim" realisieren können, weil das einfach unrealisierbar ist. Es gibt kein perfektes System. Das müssen die Leute erst einmal kapieren. Wieviel wert die Freiheit und Sicherheit hier überhaupt ist, merkt man erst, wenn man in anderen Ländern gewesen ist.

 

Wenn viele sogenannte "Wutbürger" mittlerweile aus ihren warmen, sicheren Sesseln heraus sagen: „Aber schaut doch mal dahin. Bei denen läuft das doch viel besser. Das läuft doch total super dort. Die haben einen starken Führer, der aufräumt", dann sage ich denen: "Wenn das bedeutet, dass Andersdenkende in Gefängnissen verschwinden und nie wieder auftauchen, wenn systemkritische Journalisten auf offener Straße erschossen werden und Homosexuelle durch staatliche Schlägertrupps zusammengeschlagen werden, dann ist das nicht das System, in dem ich leben will. Geht doch dorthin, wenn ihr ein solches Klima des Hasses und der Ausgrenzung befürwortet.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Ich wollte gerade sagen, der räumt vielleicht auf, aber unter welchen Bedingungen, unter welchen Konsequenzen, welche Folgen das hat. Solch ein Aufräumen würde ich nicht wollen.

 

Dero: Da bevorzuge auch ich im Moment unser unperfektes System. Das erscheint mir noch als das beste von allen unperfekten Systemen, die ich bisher gesehen habe.

 

Oomph!tastic (stormy): Das ist mir dann noch am sympathischsten.

 

Dero: Ein paar skandinavische Systeme finde ich auch noch recht sympathisch, aber dann hört die Liste auch schon auf bei mir. Es gibt nicht viele Systeme, die so viele Vorzüge haben wie unser System, bei all seinen Schwachstellen.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Ich finde, das wechselt auch immer wieder. Wenn es den Menschen gut geht, dann sind sie eher für ein System, wenn es ihnen schlechter geht, dann wenden sie sich ab und sind gegen dieses System.

 

Dero: Was auch immer das ist, gut gehen oder schlecht gehen. Klar, man vergleicht sich. Wenn man aber innerhalb des Systems sieht, dass die Schere immer weiter auseinandergeht, und sich lediglich nach oben hin vergleicht, dann wird man selbstverständlich schnell wütend. Wahrscheinlich wird es dann auch immer schwieriger, zufrieden zu sein. Aber man kann zumindest versuchen, in irgendeinem Bereich seines Lebens Zufriedenheit zu erlangen. Das wäre schon mal ein ganz guter Ansatz. Man muss nicht in allen Bereichen zufrieden sein, denn sonst würde sich ja nichts bewegen, nichts ändern. Aber wenn man in allen Lebensbereichen unzufrieden ist, ist das auch keine gute Lebenseinstellung, die einen auf Dauer nur unglücklich macht. Letztlich muss aber jeder selbst wissen, wie er sein Leben anfasst, aber nur rumnörgeln ist auf Dauer nicht ganz so gesund für die Gehirnwindungen, glaube ich.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Es sollte die goldene Mitte sein.

 

Dero: Ein bisschen rumnörgeln ist dann legitim, wenn man Verbesserungsvorschläge parat hat, aber dann sollte man auf der anderen Seite auch dankbar sein für die guten Seiten des Systems. Z.B. dass man überhaupt die Chance hat rumzumeckern...

 

 

Oomph!tastic: Eine letzte Frage haben wir noch von Tamara. Sie fragt dich:
Ich würde gerne wissen, ob es immer einfach ist, nicht als normaler Mensch gesehen zu werden. Wie schafft ihr das, immer so gelassen zu blieben?

 

Dero: (brüllt lachend los) Ich bin doch gar nicht so gelassen!

 

 

Oomph!tastic (stormy): Seid ihr immer schon so selbstbewusst gewesen? Wie schafft du es immer so ausgeglichen zu wirken?

 

Dero: Ich bin gar nicht so ausgeglichen und eigentlich auch nicht so selbstbewusst, wie es vielleicht scheint. Ich bin lediglich in dem Bereich, den ich in meinem Beruf bekleide, mittlerweile so erprobt, dass ich so wirke, weil mir das leicht von der Hand geht. Aber in anderen Sachen bin ich es halt nicht, das ist doch normal. Ich glaube, Menschen, die immer gelassen, selbstbewusst und cool sind in jedem Lebensbereich, sind entweder große Blender oder sie sind...Udo Lindenberg! ;-

 


Oomph!tastic (stormy): Oder ein guter Schauspieler!

 

Dero: Oder das!

 

Marko Meyer: Aber auch Schauspieler haben so ihre Probleme.

 

Dero: Ja, die meisten Schauspieler haben auch ihre Probleme. Sonst würde es nicht so viele Schauspieler geben, die an Drogencocktails sterben. Sie müssen mit ihrem Beruf irgendwas kompensieren. Ich glaube, dass es im Kunstbereich Maler, Musiker, Sänger, Schauspieler, usw...gibt, die irgendetwas kompensieren wollen und von daher ein Ausdrucksmittel suchen, um etwas Schlimmes, das ihnen widerfahren ist, zu verarbeiten. Deswegen sind sie in ihrer Sache auch so gut, weil sie irgendetwas glaubwürdig widerspiegeln, das die Menschen mit anderen, nicht künstlerischen Berufen, in ihnen wiederfinden und selber vielleicht künstlerisch so nicht darstellen und verarbeiten können. Deswegen transportieren sie auch viele Gefühle von anderen Menschen, die sich denken: „Das ist irgendwie berührend. Das ist genau das Gefühl, das ich jetzt fühlen möchte. Danke dafür!“
Aber das sollte Kunst auch tun. Sie sollte Emotionen auslösen. Dann hat Kunst schon viel erreicht meiner Meinung nach.

 

 

Oomph!tastic (darky): Das ist doch wie bei einigen Fans von euch, wenn sie eure Texte bzw. eure Musik hören und sich darin wiederfinden und es ihnen dann auch besser geht. Man kann dadurch auch viel verarbeiten.

 

Dero: Wenn es so ist, dann ist das sehr schön.

 

 

Oomph!tastic (stormy): Dass dies so ist, kann ich nur bestätigen und ich habe das schon von vielen von euren Fans auch schon gehört.

Dero: Besten Dank!

 

 

Oomph!tastic: Das waren alle unsere Fragen. Wir bedanken uns bei Dir und bei Marko, dass wir hier im Darkflower dieses Interview mit dir führen durften.

 

Dero: Vielen Dank und liebe Grüße an alle! 

 

 

 

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