Interview vom 27.04.2013

Hier könnt Ihr unser Interview vom 27.04.2013 Nachlesen.
Wir wünschen Euch ganz viel Spaß :)

Fragen zu „What about Bill?“

O!t:  Hast Du mit einer solchen  Resonanz auf  Dein Soloprojekt „What about Bill?“gerechnet? Inzwischen habt Ihr ja schon Fan-Seiten auf der ganzen Welt.


Dero: Nein, gerechnet habe ich damit nicht! Man weiß ja nie, wie die Resonanz ist, wenn man etwas komplett anderes macht...Jedoch habe ich auch schon in anderen Interviews gesagt, dass man bereits auf dem falschen Weg ist, wenn man als Musiker anfängt, sich darüber Gedanken zu machen, was die Leute denken würden.
Man sollte als Musiker immer das machen, worauf man gerade Lust hat. Dann ist man am besten, am kreativsten und am authentischsten. Ich glaube, das hört man unserem Projekt auch an, dass wir da einfach Bock drauf hatten. Spaß steht hier ganz klar im Vordergrund und wir hoffen, dass wir den dann auch auf der Bühne vermitteln können. - Nein, gerechnet habe ich damit nicht, aber ich freue mich natürlich!


O!t: Wie lange kennt Ihr beiden Euch eigentlich schon ? (Chris & Dero)
Dero: Seit 2007.


O!t: Habt Ihr inzwischen schon Angebote für Gigs? Wo würdet Ihr denn gern auftreten, auf welchen Veranstaltungen?
Dero: Ja, wir haben schon ein paar Anfragen, aber wir wollen uns erst mal langsam an die Sache herantasten und schauen, wie es so funktioniert. Wir wollen nichts überstürzen, aber natürlich wollen wir dann auch irgendwann eine kleine Clubtour spielen.


O!t: Wie habt Ihr die Songs, die ihr covert, ausgesucht – nach welchen Kriterien? Setzt Du bzw. Ihr Euch da auch mit den Texten auseinander?
Dero: Wir haben schnell gemerkt, dass wir beide auf dieselbe Art von Rockmusik aus den 90er Jahren stehen. Dann kam ein Song zum anderen und wir haben uns eine Liste gemacht, um dann zu schauen, welche Songs man am besten auf die WAB?-Weise umsetzen kann. Dabei sind dann ungefähr 15 Songs entstanden, die wir schon ausgearbeitet haben.


O!t: Stichwort „Songrechte“ - wie ist das denn nun geregelt? Musstet Ihr Euch für jeden einzelnen Song die Genehmigung einholen? Die Frage kam uns im Rummel um Heino, der ja u.a. auch „Augen auf!“ von Euch gecovert hatte und so eine Gesetzeslücke für sich ausnutzte.
Dero: Nun, da wir noch keine Songs kommerziell veröffentlicht haben, unsere Versionen also noch nicht käuflich erhältlich sind, bewegen wir uns im Moment noch in einer rechtlichen Grauzone. Wir covern Songs, aber verdienen damit noch kein Geld im Moment. Von daher regt sich keiner darüber auf. Wir versuchen gerade, alle Rechte einzuholen. Deswegen zieht sich das ganze etwas hin. Wir hoffen, dass wir bald anfangen können, die Songs so aufzunehmen, dass man sie dann als CD veröffentlichen kann.

O!t: Also habt ihr doch noch vor, die Songs zu veröffentlichen?
Dero: Na klar, das ist der Plan!

O!t: Wie funktioniert das eigentlich, wenn ein Cover gecovert wird, z.B. wenn jetzt ein Interpret Eure Version von „The power of love“ covern würde?
Dero: Es muss immer der Originalautor gefragt werden.

O!t: Ich dachte, man müsste dann beide fragen.
Dero: Nö, immer nur den Originalautor!

O!t: Könntest Du Dir auch vorstellen bzw. hast Du evtl. vor, für „What about Bill?“ eigene Songs zu schreiben?
Dero: Ja, könnte ich mir vorstellen. Im Moment ist dies zwar, wie gesagt, ein Projekt, was davon lebt, dass es eine Cover-Idee ist, aber generell könnten wir uns beide vorstellen, irgendwann mal etwas selbst zu komponieren, wenn es mit WAB? läuft.

O!t: Wie lässt sich das eigentlich alles „unter einen Hut“ bringen (Oomph!, WAB?, usw...)?
Dero: Im Moment geht das ganz gut. Es gibt ja diverse Musiker, die beweisen, dass sie Solo- bzw. Nebenprojekte neben ihrer eigentlichen Band haben können. Ich denke, es ist irgendwann ganz normal, dass mal der Drang besteht, etwas ganz anderes zu machen. Das ist es dann auch, was das Musiker-Dasein frisch und lebendig hält. Wenn es einmal zu einer Tour kommen würde, müsste man eben so planen, dass sie nacheinander wären. (schmunzelt) Zeitgleich wäre es etwas schwierig. Es sei denn, man nimmt sich selbst quasi als Vorband nimmt.                                                                                                      O!t: Na, das wäre doch auch mal eine Erfahrung wert!


O!t: Wie weit seid ihr denn mit Eurem Merchandise? Wolltet Ihr da nicht etwas rausbringen?
Dero: Ja, die Seite ist so gut wie fertig. Wir gehen damit demnächst online, sobald wie eben möglich, damit man endlich auch mal offiziell was bestellen kann.

O!t: Wann wollt Ihr denn die Songs als Album rausbringen?
Dero: Das hängt jetzt mit der Rechtefreigabe zusammen, aber so schnell wie möglich. Wir hoffen noch dieses Jahr.
 
 

O!t: Würdet Ihr gerne mit einer Big Band, so wie bei „Pop meets classic“ auftreten? Was haltet Ihr davon?
Dero: Ich denke, es gibt schon viele solcher Swingprojekte mit Big Band. Es macht natürlich immer Spaß, gar keine Frage, aber wir wollten bei „What about Bill?“ alles ziemlich klein und intim halten. Das macht gerade den Charme aus, diese Jazzclub-Atmosphäre, wo nur ein paar Leute musizieren. Es soll sich ja nicht anhören wie Jan Delay (lacht).
O!t: Oh nein! Oh Gott!

O!t: Weiß eigentlich Euer Namensgeber von Eurem Projekt? Und wenn ja, was sagt er dazu?
Dero: Ja, der weiß natürlich davon und findet es lustig. Er hat kein Problem damit.
Zum Glück!

O!t: Zum Barre Contest hätten wir eine Frage. Was erwartet uns da und wie läuft dieser ab? Wie viele Bands treten an dem Abend auf außer Euch?
Dero: Es sind eine Menge Bands, die an diesem Contest teilnehmen. Wir treten da als Special Guests auf, werden also kein volles Konzert spielen, sondern vielleicht etwa 30-45min.

O!t: Habt Ihr eigentlich schon Eure Livemusiker gefunden, habt Ihr Euch da schon für wen entschieden?
Dero: Ja, die haben wir schon gefunden!
O!t: Verrätst Du uns, wer das ist?
Dero: Es sind keine weltweit bekannten Musiker, sondern Freunde von uns.

O!t: In den Videos seit Ihr ja als Polizisten zu sehen. Wie fühlt man sich denn so in Uniform?
Dero: Mächtig fühlt man sich. Das ist natürlich alles augenzwinkernd. Man schlüpft in ein Kostüm und fühlt sich irgendwie gleich wie auf einem Faschingsball. Das macht das ganze ja so reizvoll. Ich denke, das sollte auch das Besondere daran sein, dass wir uns jetzt nicht so hinstellen, als wären wir eine ganz seriöse Swing- und-Jazz-Band, die sich komplett ernst nimmt. Das wäre uns ein bißchen zu Panne gewesen. Von daher wollten wir dem ganzen einen etwas selbstironischen Anstrich geben. Ich hoffe, das kommt auch so rüber (lacht!).

O!t: Okay, dann müssen, wir also nicht befürchten, verhaftet zu werden?
Dero: Das hat jetzt auch keiner gesagt!
O!t: Wärst du lieber der gute oder der böse Bulle??? (Lili83)
Dero: Sowohl als auch.

Fragen zu Oomph!
O!t: Du hast ja inzwischen auf facebook eine „Gefällt-mir-Seite“. Jedoch denken immer noch viele, dass Du das nicht wirklich bist.   (?)
Dero: Tja, was soll ich machen? Ich mache wahrscheinlich noch mal ein Foto mit einer aktuellen Ausgabe der Bild-Zeitung, der glauben doch eigentlich alle, oder !?

O!t: Wolltest Du mit Oomph! nicht noch ein weiteres Video/Single rausbringen oder hat sich dies zerschlagen?
Dero: --Wir sind noch dabei und sind am überlegen, wann, wie und wo...   aber wir sind parallel dazu auch gerade am Schreiben neuer Songs für Oomph! Von daher sind wir eigentlich mit den Gedanken schon wieder bei der nächsten LP. Wir leben als Musiker gedanklich immer in der Zukunft. Diesen Gedanken können Außenstehende jedoch nicht immer so folgen. Die sehen ja immer nur ein aktuelles Album, doch da sind wir als Musiker schon wieder beim nächsten.

O!t: Ihr habt auf Facebook die Fans aufgerufen, Videos zu posten, in denen zu eurer Musik getanzt wird. Was habt Ihr denn damit vor?
Dero: Gar nichts, wir wollten einfach mal sehen, wie kreativ und beweglich unsere Fans sind. Ich finde es mal ganz witzig zu sehen, was die Leute für Verrenkungen zu unserer Musik machen. Ich fand auch die diversen Geburtstagsgrüße echt niedlich.
O!t: Ja, die sind wirklich tolle dabei gewesen. Ich fand die aus Russland so toll.  -
Ich fand die von dem Kind so niedlich. -

O!t: --Ihr arbeitet doch schon am nächsten Album. (?)
Kannst bzw. magst Du uns dazu schon was erzählen oder ist das noch zu früh?
Dero: Ja, was soll ich dazu erzählen.? Auf jeden Fall haben wir dafür verborgenen Schätze ausgegraben. Das ist doch schon mal ein guter Hinweis. Das ist der erste Hinweis, den ich euch gebe - alte, verloren geglaubte Schätze...

O!t: Du hattest in einem Interview mal was erzählt, dass jeder von Euch Soloprojekte hat.
Nachdem Du uns nun letztes Jahr im November mit Deinem „Baby“ überrascht hast, wollten wir fragen, ob Du uns verraten darfst, was die anderen beiden machen?
Dero: Flux und Crap machen oft Remixe für andere Bands und Musiker. Flux mixt auch andere Künstler. Das ist das, wovon ich weiß. Was die sonst noch so privat machen, möchte ich manchmal gar nicht wissen und sie auch nicht, was ich mache, glaube ich. Wir haben ein sehr bildliches Vorstellungsvermögen und bekommen dann die Bilder wochenlang nicht mehr aus dem Kopf (lacht!).

O!t: Das kenne ich nur zu gut. -
Ein Fan wollte wissen, wie Ihr zu Eurem unverwechselbaren Sound gefunden habt? (Jessi)
Dero: Gute Frage. Haben wir denn einen unverwechselbaren Sound? Da scheiden sich ja die Geister. Viele sagen, dass man uns ganz schwer einordnen kann, weil wir uns von jeder Scheibe zur nächsten wieder anders anhören.

O!t: Ich denke mal, dass das auch so gemeint war, dass ihr immer unterschiedlich klingt.
Dero: Ja, wie kommt man dazu? Ich denke, durch den Mut, sich ständig neu zu erfinden. Wir finden es einfach langweilig, dass es schon so viele Bands gibt, bei denen Du, wenn Du einen Song gehört hast, ihre ganze Schaffensphase kennst. Das soll bei uns nicht so sein. Wir klingen ein bißchen wie eine multiple Persönlichkeit in sich.

O!t: Eine Frage von Marion:
Mich würde interessieren, wenn Du einmal mal alle CD`s und die Lieder, die darauf sind, reflektierst, ob Du oder die Band allgemein noch genauso hinter der Songauswahl stehen würdet? Oder würdet ihr heutzutage doch eine andere Auswahl treffen? Kannst Du die Texte von früher noch genauso nachvollziehen oder würdest Du sie heute anders schreiben?
Dero: Ich kann alles noch nachvollziehen...
aber ich finde es schön, dass ich mich weiterentwickelt habe. Ich finde es sehr beruhigend, dass ich heute nicht mehr so schreibe wie früher, sowohl musikalisch als auch textlich. Ich kann mich noch mit allem identifizieren, aber ich kann auch über einiges schmunzeln, weil es ja logisch ist, dass man als 17/18-jähriger anders denkt, komponiert und fühlt wie heute als 27-jähriger...
(schmunzelt).

O!t: Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. (allgemeines Gelächter)
Dero: Was war da noch? Ach ja, wegen der Songauswahl. Ich glaube schon, dass wir immer die besten Songs ausgewählt haben auf einem Album, die wir zu der jeweiligen Zeit zur Verfügung hatten. Alle anderen, die wir nicht aufs Album genommen haben, waren dann wirklich Schrott. Diese haben wir quasi in den musikalischen Mülleimer geworfen, wenn es bereits ausgearbeitete Songs waren, die wir trotzdem alle drei für Schrott befunden haben.
Es gab allerdings auch Ideen, die wir nur angerissen haben bei jedem Album, die dann irgendwie im virtuellen Schrank verschwunden sind. Die eine oder andere Schublade von diesen alten Schränken haben wir mittlerweile wieder geöffnet...
O!t: Da bin ich schon gespannt. -

O!t: ...und die werden dann verändert, oder wie meinst du das jetzt?
Dero: Die werden dann natürlich transformiert in die heutige Zeit.
O!t: Das ist bestimmt interessant...

O!t: In Ägypten werden die Menschenrechte mit Füssen getreten. Einige sagen nun, dass sie deswegen nicht mehr Urlaub dort machen wollten wegen den politischen Zustände dort. Andere sagen sich, wenn die Leute dort, die ja vom Tourismus leben, auch noch ihren Lebensunterhalt verlieren, geht es ihnen nur noch schlechter. Wie siehst Du das?
Dero: Ich glaube, das ist ein ganz langes und schwieriges Thema. Gerade weil der arabische Frühling eigentlich gezeigt hat, dass die Mehrheit der jungen Bevölkerung in den meisten arabischen Ländern Veränderungen ihrer Lebenssituation wollen. Sie haben eigentlich viel bewegt und schon viel erreicht, wenn auch lange noch nicht genug. Allerdings sind die Strukturen so eingefahren, vor allem die Machtstrukturen, dass schnell wieder mächtige Leute durch alte Seilschaften an die Schaltstellen der Macht kommen, die dann wieder gar nicht das vollziehen, was die jungen Leute, die die Revolution auf den Straßen vollzogen haben eigentlich wollen.
Das ist sehr schade und natürlich tragisch. Allerdings hast du recht. Letztlich unterstützt man die kleinen Leute vor Ort durch einen friedlichen Tourismus. Ich denke, es gibt ganz viel in diesen Ländern aufzuarbeiten. Allerdings sollte man sich hierzulande davor hüten, mit den Fingern auf andere zu zeigen, weil hier gibt es genug eigene Baustellen. Ich meine, wenn Du danach gehst, wird in fast allen Ländern irgendein Menschenrecht mit Füssen getreten.

O!t: Ja, stimmt – wir sind auch auf die Frage gekommen, weil im Fernsehen kürzlich eine Doku kam, ich weiß nicht mehr genau wann, wo gezeigt wurde, wie schlecht es den Leuten ging, die gerade vom Tourismus dort lebten, weil die Basare und Märkte dort leer blieben.
Dero: An den Haupt-Touristenpunkten ist das sicherlich so, dass da auch heute noch die Gefahr besteht, dass Du gekidnappt wirst oder dass ein Bombenattentat passieren kann. Da würde ich mich auch nicht aufhalten wollen, ehrlich gesagt.
Trotz alledem muss das jeder für sich abwägen, ob er meint, moralisch damit leben zu können, dass er mit seinem Geld, das er dort ausgibt, den Leuten vor Ort in der Tourismusbranche das Leben teilfinanziert.
Wenn es danach geht, dürfte ich auch nicht nach Amerika fliegen. Da werden die Menschenrechte auch oft mit Füssen getreten, so wie auch in Russland. Teilweise werden sie in kleinen Bereichen fast überall mit Füssen getreten. Wenn Du Dir die Kinderarmut in Deutschland ansiehst, wird in diesem Teilbereich auch das Menschenrecht auf Minimalversorgung- und verpflegung mit Füssen getreten.
Es ist schwierig. Natürlich, wenn Du ganz moralisch korrekt sein willst, dürftest Du nur in Deutschland oder Norwegen oder so Urlaub machen, sag ich jetzt mal so, aber es ist eben schwierig, weil es immer irgendwo auf der Welt Gefahrenherde und Krisen gibt und jeder für sich selbst entscheiden muss, wie er diesem Krisenherd begegnet.

O!t: Interessierst Du Dich auch für die Kultur bzw. Mythologie des Landes?
Dero: Natürlich auf jeden Fall!

O!t: Last but not least: Ist Dir inzwischen eigentlich schon ein Bonobär begegnet?
Wie sieht das gute Tier eigentlich aus?
Dero: Ja natürlich, ein Bonobär ist mir schon öfter begegnet, vor allem im Tourbus.
Ja, und wie sieht er denn nun aus?
Dero: Haarig und übelriechend.  

O!t: Wie bist Du da bloß draufgekommen?
Dero: Tja, so ist das manchmal, wenn man mit alten Männern auf Tour ist.

O!t: Okay, wir sind am Schluß! Wir haben jetzt alle Fragen. Vielen Dank!
Dero: Na das war doch dann mal ein guter Schlusssatz!

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